Grenzstein Commerau/Truppen - Geschichtsverein RAK e.V.Königswartha

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Grenzstein Commerau/Truppen

Grenzsteine
Historischer Grenzstein bei Bauarbeiten gefunden
 
(recherchiert und aufgeschrieben von Hans-Joachim Gawor, Mitglied des Königswarthaer Geschichtsverein RAK e.V.)
 
Es gibt sie noch- Überraschungen bei Erdarbeiten. Bei der Verlegung einer Gasleitung zwischen den Ortsteilen Commerau und Truppen stießen am 18. Juli 2023 Arbeiter der Energieversorgung Schwarze Elster GmbH im Erdreich auf einen unbekannten Stein. Sie informierten umgehend die Gemeindeverwaltung.Die Leiterin der Bau- und Hauptverwaltung, Frau Nytsch-Menzel, bat mich, an der Bewertung des Steines mitzuwirken. Eine Besichtigung vor Ort führte zu folgendem Ergebnis: Es handelt sich um einen etwa 175 Jahre alten Markstein,auch Gemarkungsstein,der auf der alten Kommunalgrenze zwischen Truppen und Commerau steht. Die Beschriftungen lauten auf der südlichen Seite OFl Truppen (für Orts Flur Truppen) und auf der nördlichen Seite OFl Commerau für (OrtsFlur Commerau).

 
Freigelegter Markstein …                   … wieder aufgestellter Markstein
Die Buchstaben für Commerau sind früher mit weißer Farbe nachgezeichnet worden. Diese Marksteine sind um 1850 aufgestellt worden und bildeten die Vorläufer der heutigen Ortseingangsschilder.Der historische Stein ist in einem sehr guten Zustand und besteht aus Granit. Wann und warum er entfernt und vergraben wurde ist nicht bekannt. Truppen war von 1936 bis 1957 nach Commerau eingemeindet. Nicht auszuschließen, dass er in diesem Zeitfenster entfernt wurde. Es ist der siebente noch erhaltene Markstein in der Gemeinde.
Im Sommer2018 übergab ich dem Bürgermeister von Königswartha eine Aufstellung von dreiundzwanzig Wegweisersäulen in und um Königswartha.

 
Wegweisersäule im Ortsteil Niesendorf in den Jahren 2018 und 2023

Aufgrund einer Verordnung der königlich-sächsischen Regierung vonJanuar 1820wurden in den folgenden Jahren an Straßenkreuzungen und Wegeabzweigungen Wegweisersäulen aufgestellt. Zunächst aus Holz, später aus Stein. Für unsere Vorfahren waren die Wegweisersäulen sehr wertvoll zur Orientierung. Aussagefähige Landkarten waren noch nicht umfangreich vorhanden.
Alle erfassten dreiundzwanzig Wegweisersäulen werden nach umfassender und detaillierter Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in ihrer Ursprünglichkeit von der Malerfirma Werner Sporka angestrichen, mit der altdeutschen Fraktur-Schrift,
sowie dem speziellen Richtungspfeil versehen. Da auf zahlreichen Wegweisersäulen die Entfernungen zu den angegebenen Orten nicht mehr erkennbar waren, habe ich sie digital vermessen. Auch wurden Verbindungen, die der Großflächenlandwirtschaft zum Opfer fielen, nicht mehr aufgeführt. Finanziert wurde diese Maßnahme von der Gemeindeverwaltung Königswartha. Bisher erhielten 22 Wegweisersäulen ein neues Outfit. Gegenwärtig finden letzte Beschriftungsarbeiten an sechs Säulen im Bereich Oppitz, Commerau und Eutrich statt. Damit sind unsere Wegweisersäulen vorbildlich restauriert. Ich hoffe, dass dieser, nicht eben preisgünstige, historische Zustand lange anhält.
Auch der Obelisk in Königswartha, Neudorfer Straße, mit dem seit Jahrzehnten fehlenden Schlussstein, ist seit 2022 wieder komplett. Aufmerksame Bürger werden es schon bemerkt haben. Der Obelisk hat eine besondere Vergangenheit. Von sorbischen Studenten wurde er 1946 errichtet, 1980 restauriert und soll an die im Kampf der um die Befreiung der Lausitz gefallenen sowjetischen und polnischen Soldaten und Offiziere erinnern. Er informiert in deutscher, sorbischer, russischer und polnischer Sprache, was wohl einmalig ist.
           
Obelisk am Friedhof im Jahre 2020 ohne Schlussstein                      und 2022 mit Schlussstein



August 2023 / H.-J. Gawor
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