Wassermühle - Geschichtsverein RAK e.V.Königswartha

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Wassermühle



Wassermühle Königswartha

Frau Regina Rentsch hat uns im Gespräch zur Geschichte des Hauses „Am Marktplatz 14“  auch Material zur Geschichte der ehemaligen Wassermühle zur Verfügung gestellt; dafür nochmals herzlichen Dank.  Ebenso haben uns kurzfristige Gespräche mit Frau Helga Vogt und Herrn Jürn Lehnig dabei  sehr geholfen.
Obwohl die Wassermühle weder in der Denkmalliste des Landes Sachsen, noch heute sichtbar existent ist, lohnt es sich, unserer Meinung nach, darüber zu berichten. Wie im letzten Artikel erwähnt, hängt die Geschichte der Wassermühle aus Gründen der Erbfolge mit der bäuerlichen Wirtschaft der Familie Rentsch (Am Marktplatz) eng zusammen.
Zur sachlichen Einordnung muss gesagt werden, dass im heutigen als Wohnhaus sichtbaren Gebäude die Getreidemühle und jenseits des Mühlgrabens die Sägemühle in Betrieb war.
Sägewerk und Lukasmühle um 1920 (heute Am Marktplatz 13)

Die geschichtlichen Aufzeichnungen beginnen 1802 mit dem Eintrag über den Tod des Besitzers der Mühle, des Meisters Herrn Andreas Hilbenz, der einen Sohn und zwei Töchter hinterließ. Im Weiteren ist nachzulesen, dass der „einzige Sohn...“ 1815 als Erbmüller die Ehe mit Anna Kowark aus Neudorf einging, die leider 1816 durch die Folgen eines Unfalls in der Mühle mit 19 Jahren und 9 Monaten verstorben ist. Durch die technisch notwendige  Nutzung von Riemenantrieben und Zahnradübersetzungen, sowie abschnellendes Holz beim Sägevorgang im Sägewerk kam es mehrfach zu Unfällen mit tödlichem Ausgang.

Im „Hoyerswerdaer Wochenblatt“ vom 31. 10.1862 wird berichtet:
 
„Am 22. d. M. ist in Königswartha der Handarbeiter S....in der Lucaß' schen Schneidemühle beim Legen eines Riemens auf das Rad ... dem Räderwerk zu nahe getreten, von dem Kamme eines Rades an der Jacke erfasst und zwischen zwei Räder hineingezogen, … wodurch sein Tod sofort erfolgt ist“.

1820 heiratet Michael Hilbenz in zweiter Ehe Maria, Tochter des Bauern Georg Jung-Heduschke aus Commerau. Nach dem Tod  von Michael Hilbenz im Jahr 1834 heiratet 1838 die Witwe Maria den Herrn August Schultze, welcher in der Mühle tätig ist. 1853 wird Johann Lukas als Müllermeister in Königswartha anlässlich seiner Hochzeit mit Anna geb. Krauz aus Droben erstmals erwähnt. Johann Lukas ist offensichtlich auch gesellschaftlich aktiv und anerkannt. In den „Bautzener Nachrichten vom 2.November 1869“ wird bekannt gegeben, dass Lucas, Johann, Müllermeister aus Königswartha am Königlichen Bezirksgericht als Hauptgeschworener ausgelost wurde. Nach dessen Tod 1888 geht der Besitz an Johann Lukas Sohn über, der in zweiter Ehe Helene Kliemant ehelicht. Die letzte Besitzerin der Wassermühle war Erna Lukas, verheiratet mit Ernst Rentsch, wobei das zugehörige Sägewerk zuletzt an Herrn Wirth verpachtet war.
Die Wassermühle am Markt übernahm nach 1960 die KAP, nachdem das Mahlwerk ausgebaut wurde. In dem Mühlhaus waren seit der Übernahme, neben einer Wohnung im oberen Stockwerk, Büroräume der KAP.

Nach der Wende wurde das Haus nach längerem Leerstand 1999 in der heutigen Gestalt privat umgebaut und als Mehrfamilienhaus genutzt.  
 
Ingolf Lang
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30.09.2020
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